Wie alles anfing …
Erwachsen werden.
Das kann man mit Anfang fünfzig langsam mal ins Auge fassen. Zumal „werden“ nicht „ist“ bedeutet, was wiederum Türen für eine gesunde Portion Unvernunft, Leichtsinn und Abenteuerlust offen hält.
Für uns – Angelica und Daniel (beide Baujahr 1970) – ist ein großer Teil dieses Prozesses damit verbunden, endlich mal an einem Ort Wurzeln zu schlagen. Das war in unserem bisherigen Leben kein Thema. Wir haben die Welt bereist: 13 Jahre in Ägypten und acht Jahre in Portugal. Davor als Tauchlehrer und in der Animation in Griechenland, den Malediven, Spanien und Italien. Noch weiter zurück in der Vergangenheit hat Angelica für 18 Monate in den USA gelebt, und Daniel hat sechs Jahre seiner Kindheit und frühen Jugend in China verbracht.
Italien als festen Wohnsitz deshalb, weil Daniel dort eine Saison als Tauchlehrer gearbeitet und sich direkt in dieses wunderschöne Land verliebt hat. Und weil Angelica nun mal Italienerin ist, dort ihre Kindheit verbracht und in Trieste die hohe Kunst des Übersetzens studiert hat.
Und wenn man Wurzeln schlägt, dann an einem Ort, an dem zumindest eine Hälfte die Landessprache spricht. England – too rainy. Canada – too cold. USA – too american. Gegen Deutschland wurde ein Veto eingelegt, und mit Italien konnten beide gut leben.
Über Rom & nahe am Wasser
Das waren die nächsten Parameter. Die Suche nach unserem Paradies lief von Portugal aus übers Internet. Diese gestaltete sich allerdings schwierig. Ein Haus nur anhand von Bildern und meist generischen Beschreibungen zu kaufen, das war sogar für uns zu schwammig. Die Lösung: erstmal mieten und von dort aus auf die Suche gehen.
Wir haben kurzerhand unsere Habseligkeiten einem Umzugsunternehmen anvertraut, uns ein Wohnmobil gemietet und sind dann mit unserer Katze auf der damals um sich greifenden Corona-Welle von Santarém in Portugal nach Tremosine sul Garda gesurft.
Direkt in den Lockdown. Dennoch waren wir ganz verzückt von der Landschaft, dem See, den Leuten. Weniger allerdings von den Häuserpreisen, die unser überschaubares Budget um Längen übertrafen. Auch nicht von dem Lebensrhythmus, der sich rund um den See an den Tourismusfluten richtet. Im Sommer voll bis zum Anschlag. Im Winter begibt sich die komplette Region in den Winterschlaf.
Unser Blick richtete sich in die Toskana. Ans Meer. An die Küste. Schön ist es da. Malerisch. Dafür sind die verfügbaren Häuser in unserer Preisklasse rar gesät und wenn vorhanden, dann in ziemlich desolaten Zuständen.



Zurück zum „Plan See“
Mittlerweile waren die Covid bedingten Einschränkungen so weit gelockert, dass wir uns vor Ort auf Häusersuche begeben konnten. Zu dem Zeitpunkt war uns klar, dass wir unseren Rahmen noch etwas weiter stecken müssen. Wir haben ein paar Häuser im Landesinneren der Toskana begutachtet. Teilweise wirklich schöne Gebäude und preislich im Rahmen. Dafür aber weit ab von allem und auch nicht am Wasser.
Und dann hörten wir es schlagen: das grüne Herz Italiens. Wir machten uns schlau. Hörten uns um. Erfuhren Geschichten über rauschende Jazz-Feste, sagenhafte Lichtspiele zur blauen Stunde, über eine lebendige, multinationale Landeshauptstadt, wunderschöne, alt gewachsene Ortschaften. Man sprach von sagenhaftem Essen, gutem Wein und von den Menschen, die hier wohnen. Etwas verschlossen seine sie. Doch einmal in ihr Herz geschlossen, hat man Freunde fürs Leben.
Und wir hörten Beschreibungen des Lago di Trasimeno. Breit. Flach. Mit drei mystischen Inseln bestückt. Bis auf wenige, kleine Zuflüsse nur gespeist vom Regenwasser. Umschlossen von einem 60 km langen Fahrradweg, der mal entlang des Ufers, mal durch Naturschutzgebiete und immer wieder durch Küstenstädtchen führt.

Das Haus am See
Dreimal waren wir daraufhin in Umbrien. Einmal zum Verlieben, einmal, um auf Häusersuche zu gehen und ein letztes Mal, um in unser Haus zu ziehen.
Wir mussten nicht lange suchen. Die Häuserpreise hier sind auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich. Die Auswahl reicht von alten, renovier bedürftigen Bauernhäusern über modere Wohnungen in Stadtgebieten und zum Millionen-Anwesen bis zu allem, was dazwischen liegt.
Wir wurden in, beziehungsweise über einem Städtchen namens Sant’Arcangelo fündig. Unser Casa HagenZ liegt umgeben von rund 40 Olivenbäumen, tonnenweise Rosmarin und sonstigem Grünzeug über dem See. Das Haus – Baujahr 1974 – ist nicht besonders groß, aber so weit in Schuss, dass wir dort direkt einziehen konnten.
Und es kam auch direkt mit 13 felinen Nachbarn. Die Katzenkolonie wurde von den Vorbesitzern herangezogen und war Teil des Deals. Mittlerweile sind alle sterilisiert, haben ihre eigene Cat City im Garten, hauen sich Bäuche voll und machen ihr Ding.
Und wir?
Sind happy. Auch wenn uns das Schicksal direkt nach unserem Einzug ein Schnippchen geschlagen hat und wir für rund ein Jahr eine schöpferische Auszeit nehmen mussten.
Wir erschaffen unser Paradies. Schritt für Schritt. Ganz gemütlich. Wir haben tolle Pläne, sammeln Eindrücke, erkunden Umbrien und möchten euch mit auf unser Abenteuer nehmen.
Und genau hier kommt diese Seite ins Spiel. Hier findest du nicht nur schöne Geschichten und viele nützliche Tipps für deinen Urlaub in Umbrien. Wir möchten dir auch eine Plattform bieten, die dich dabei unterstützt, in Umbrien Wurzeln zu schlagen. Sei dies in einem Ferienhaus für ein paar Wochen im Jahr, als Alterswohnsitz oder mit Kind und Kegel.
Wir freuen uns, dass du dabei bist.
Angelica & Daniel …
… sowie Il Biondo, Berni, Klaus, Five, Priscilla 1 und Priscilla 2, Renato, Don Vito, Camella, Yin & Yan, Gandolfo, Allice sowie deren Freunde und Feinde, die immer mal wieder gerne – und ungebeten – zum Abendessen auftauchen.



